12. Mai 20


"Man weiß selten was Glück ist, aber weiß meistens was Glück war." (Francoise Sagan)


Kennst du das? Du hast dich für einen Job beworben, ihn jedoch nicht bekommen. Hast dich darüber geärgert und warst frustriert. Pech gehabt. Oder?


Ein paar Wochen später erfährst du, dass derjenige, der den Job bekommen hatte, total unzufrieden ist. Es hatte sich herausgestellt, dass der Arbeitgeber den Lohn nicht pünktlich zahlt und obendrein ein Despot ist. Glück gehabt?


Wer weiß...


Ein Mann verliert sein Pferd. Wer weiß, ob das Glück ist?
(Ein chinesisches Sprichwort)


Es lebte ein Mann mit seinem Sohn in einem Dorf. Er besaß ein Pferd.


Eines Tages riss das Pferd aus und lief weg. Der Mann verlor seinen einzigen Besitz. Die Dorfbewohner kamen und bedauerten den Mann: „Oh, das ist schrecklich!“

Der Mann sagte: „Wer weiß...".


Nach ein paar Tagen kehrte das Pferd wieder zurück und brachte noch ein wildes Pferd mit. Auf einmal war er ein reicher Mann. Die Dorfbewohner kamen und gratulierten dem Mann: „Oh, was für ein Glück!“. Der Man sagte: „Wer weiß...".


Der Sohn des Mannes wollte auf dem wilden Pferd reiten. Er fiel runter und brach sich die Beine. Der Sohn konnte nicht mehr auf dem Feld arbeiten. Die Dorfbewohner kamen und bedauerten den Mann: „Oh, was für ein Unglück!“. Der Mann sagte: „Wer weiß...".


Ein paar Tage später zog der König in den Krieg mit dem benachbarten Volk. Die Soldaten kamen ins Dorf und holten alle jungen Männer zum Kriegsdienst ab. Da der Sohn sich die Beine gebrochen hatte, wurde er verschont.


Der weise Mann lehrt uns, dass wir nicht voreilig urteilen sollen. Denn unser Urteil kommt immer aus einer begrenzten Sicht heraus. Jede Situation ist nur ein kleiner Ausschnitt einer unendlichen Abfolge. Wir können nie die Ganzheit einer Sache erfassen.


Alles ist unzertrennlich miteinander verbunden. Oft stellt sich im Nachhinein heraus, wofür ein Ereignis gut ist. Und aus der Ganzheit heraus gibt es auch kein „gut“ oder „schlecht“.


Ich habe es mir angewöhnt, es so zu halten wie dieser Mann in der Geschichte.

Es klappt nicht immer, aber immer öfter. Es kostet einige Anstrengung, daran zu denken.

Aber es lohnt sich


Wage das Experiment!

Probiere es doch einmal selbst aus. Einen ganzen Tag zu allem was du in "gut" und  "schlecht" - "richtig" oder "falsch" - Glück oder Unglück - einteilen könntest, zu sagen: "wer weiß".


  • Wie fühlt sich das für dich an?
  • Inwieweit beeinflusst diese Haltung den Rest deines Tages?
  • wie geht es dir am Abend?


Ich wünsche dir viel Erfolg und wertvolle Erkenntnisse dabei!



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