11. Mai 20


"Die Fähigkeit, das Wort "Nein" auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit." (Nicolas Chamfort)


Das Wort NEIN stellt eine Grenze dar.

Bis hier hin und nicht weiter.


Es bedeutet nicht, dass wir diesen Augenblick oder die Situation verleugnen.

Es bedeutet lediglich, dass hier eine fühlbare Grenze erreicht ist. Und doch tun wir uns oft schwer, dieses Wort klar und deutlich auszusprechen.


Es gibt harmlose Situationen, die wir ablehnen und weniger harmlose. Doch die inneren Signale sind stets deutlich. Würden wir nach unserem Gefühl gehen, hätten wir keine Probleme Nein zu sagen. Doch wie oft übergehen wir das. Ein Nein kann unbequem werden - und zwar für das Gegenüber.


Warum überhören wir oft diese leise Stimme, die sich meldet?

Wir wollen "Lieb Kind" sein, uns gewisse Vorteile nicht verscherzen. Wir wollen den anderen nicht "verletzen" und verleugnen uns dabei lieber selbst. Besonders schlimm ist es, wenn das, was wir tun sollen, keinen Sinn ergibt. Wenn wir unfreiwillig in unserer Freiheit eingeschränkt werden.



Woran merkst du dass du ein Nein übergangen hast?

An einem nagenden Unwohlsein, Gefühlen von Unsicherheit und Unterlegenheit.

Das geht irgendwann in Wut über, bis hin zu Hass.


Kann ich lernen Nein zu sagen?

Du brauchst es nicht lernen. Tu es einfach. Sag es! Wenn du Nein fühlst, sag NEIN.

Es ist nichts dabei. Wenn es den anderen verletzt ist das sein Problem.

Niemand darf von dir erwarten, dass du Dinge tust, die du nicht willst.

Du bist nicht verantwortlich für die Erwartung anderer.


Wie schaffe ich es Nein zu sagen?

  • Bau dir eine Pufferzone ein. Nimm dir einen Tag Bedenkzeit. Dadurch bekommst du Abstand vom Anliegen des anderen und stehst nicht mehr mit dem Rücken zur Wand.


  • Überlege dir in Ruhe, was genau der Grund ist, dass es dir so schwer macht, nein zu sagen. Das stärkt dein Selbstbewusstsein.


  • Spiel das Szenario in Gedanken durch. Welchen Preis musst du für ein Ja bezahlen?


Wer nicht nein sagen will, hört selbst nicht gern ein Nein.

Das ist der beste Nährboden für Manipulation.


Woran merke ich, dass ich manipuliert werde?

Sei aufmerksam und überlege dir, was der andere davon hat, wenn du machst was er sagt. Beleuchte die Situation aus mehreren Perspektiven. Schlüpfe in die Rolle des anderen. Wozu braucht er dein Ja? Was ändert sich für dich dadurch und was für den anderen? So kommst du sehr schnell drauf.



Was, wenn andere Personen mit involviert sind und scheinbar kein Problem damit haben?

Dann kommst du dir vielleicht blöd vor und machst lieber, was verlangt wird. Oder du wirst schief angeschaut, als Außenseiter abgestempelt oder im schlimmsten Fall denunziert. Wenn dir aber dein Gefühl ganz klar signalisiert, dass hier etwas verlangt wird, dass dir schadet, hör auf dein Gefühl. Dein Gefühl hat immer recht.


Was aber, wenn der andere mächtiger ist als ich?

Tu dich mit anderen zusammen. Hol dir Rückenstärkung. Tauscht euch aus. Sucht gemeinsam nach einer Lösung. Gemeinsamkeit macht stark. Holt euch eure Freiheit zurück. Ohne Gewalt.

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