13.Mai 20


"Das Paradies ist schon da. Wir Menschen machen es nur kaputt." (F. Hundertwasser - geb.15.12.1928 in Wien)

Ich glaube Hundertwasser war von den Menschen maßlos enttäuscht. Deshalb hatte er sich nach Neuseeland zurückgezogen. Er lebte dort sehr spartanisch in Einklang mit der Natur und pflanzte dort ca. 100.000 Bäume an.


Am 19.Februar 2000 stirbt Friedensreich Hundertwasser, an Bord der Queen Elisabeth II, auf der Fahrt von Neuseeland nach Europa.


Ich habe viel Zeit damit verbracht, Hundertwasser zu studieren, um zu verstehen, was mich an seinen Bildern so fasziniert und welche Philosophie dahinter stand. In vielen Teilen der Erde hat er seine Spuren hinterlassen. Spuren, die auf eine unglaublich starke Persönlichkeit schließen lassen.


Deshalb widme ich ihm den heutigen Tag, mit  10 Zitaten, die mich am meisten beeindruckt haben.


#1 "Mein Streben: Mich vom universellen Bluff unserer Zivilisation zu befreien."

Hatte er die Matrix, in der wir gefangen, sind durchschaut? Je älter er wurde, desto mehr angewidert war er von der sogenannten Zivilisation. Imer öfter und länger zog er sich zurück in die Stille.


#2 "Kunst ist jedoch etwas Religiöses. Ein Platz der Andacht, ein Ort der Erbauung, des Friedens, ein Ort, wo man tiefe seelische Hilfe bekommt, wo man den richtigen Weg wiederfindet, den man verloren hat."

Einfacher ausgedrückt - im Hier und Jetzt zu sein, volkommen präsent. Im Flow zu sein. Diese Ansicht lässt sich auf alle Tätigkeiten übertragen.


Das JETZT ist das Nadelöhr. Man kommt nur durch, wenn man vollkommen in dem aufgeht, was man gerade macht. Und es ist genau der Zustand, in welchem wir "unsichtbare" liebevolle Unterstützung bekommen.


#3 "Die Kunst muss wieder Brücke sein zwischen der Schöpfung, der Natur und der Kreativität des Menschen."

Zu verstehen, dass alles miteinander verbunden ist, dass die Spaltung - hier bin ich und da bist du - nicht wirklich existiert, war nur eines seiner Anliegen.


Eines seiner größten "Schmerzen" war jedoch, das Zupflastern der Natur durch den Bau von Straßen und Parkplätzen, weil das Regenwasser der Natur gehört und nicht in irgendwelchen Abwasserkanälen versickern sollte.


Dadurch wird die Versandung, sowie die Absenkung des Wasserspiegels gefördert.


#4 "Es steht fest, dass viele von Ihnen kein wirkliches Talent zur Kunst haben und daher nicht hier sein sollten. Es steht ebenso fest, dass einige von Ihnen zum Künstler geboren sind und daher keine Ausbildung brauchen."

Hundertwasser hat unterrichtet, indem er selbst oft abwesend war. Er gab den Studenten eine Aufgabe und verschwand.


Sie sollten sich auf sich selbst besinnen. Ihr Werk von innen heraus eigenständig ausdrücken. Ohne seinen direkten Einfluss. Zu damaligen Zeiten, ein  höchst merkwürdiges Verhalten. Doch nur für diejenigen, die es nicht verstanden hatten.


#5 "Die gerade Linie ist gottlos und unmoralisch."

Hundertwasser hasste gerade Linien. Auch waren ihm Bilder, die Perspektive darstellten, ein Greul. Er malte die Landschaft wie sie war und nicht wie das Auge sie wahrnimmt.


Er wollte die Illusion der Perspektive bekämpfen. Immer wieder versuchte er den Menschen beizubringen, dass Perspektive eine Illusion des Verstandes ist.


Und es stimmt. Das zu verstehen und zu verinnerlichen, ist ein sehr guter Einstieg in das Thema "Erwachen".


#6 "Ein Stil hat keinerlei Bedeutung. Der Stil ist lediglich ein leeres Werkzeug, sich auszudrücken. Ein wahrer Künstler hat keinen Stil. Was er tut, passt in keine bestehende Stilrichtung, daher bekommt es im nachhinein einen Namen."

Sobald ein Künstler mit seiner Kunst in die Öffentlichkeit tritt, versuchen die Menschen ihn  samt seiner Kunst in eine Schablone zu pressen.


Was noch schlimmer ist, wenn ein Künstler das malt, was er denkt, das dem Publikum gefallen könnte. Sein Ego gaukelt ihm vor, dass wenn er Erfolg haben möchte, er das malen  muss, was dem Publikum gefällt. Doch mit dieser Haltung ist er nicht mehr er selbst.


Er malt aus dem Verstand heraus, statt aus seinem Herzen, bzw. aus seinem So-Sein. Das ist nicht authentisch.


Er hat sich von sich selbst entfernt. Er ist auf das Ergebnis fixiert und beraubt sich damit selbst, tiefgreifender Erkenntisse, die er gewinnen könnte, würde er die Entwicklung eines Bildes, sich selbst überlassen.


Wenn ich zu einer Vernissage gehe, möchte ich keine Schablonen sehen, sondern das, was den Künstler in seinem Inneren bewegt.


An diesem Zitat wird deutlich, wie sehr die Menschen sich mit dem identifizieren, was ihnen der Verstand vorgibt. Das ist ein Käfig, aus dem wir uns befreien sollten.


Wahrnehmen ohne zu interpretieren, ohne zu urteilen und ohne zu spalten in gut und schlecht.


Menschen werden von Bildern angezogen, die etwas mit ihnen selbst zu tun haben. Es genügt, es einfach anzuschauen und auf sich wirken zu lassen. Mehr ist nicht notwendig.

"Die grüne Stadt"




#7 "Des Künstlers Aufgabe jedoch ist es, gerade jetzt diese Welt zu erhalten, zu vergessen, was falsch gemacht wurde, zu verschönern, was hässlich gemacht wurde, zu warnen mit all seiner musischen und seherischen Macht"

Hundertwasser wollte seinen Fokus nicht auf das Böse und Hässliche richten. Er sagte einmal, dass er natürlich um das Schlimme in der Welt weiß. Er sieht jedoch keinen Grund, sich diese Dinge an die Wand zu hängen.


Das hatte mich sehr beeindruckt und regte mich oft dazu an, darüber nachzudenken. Ist es nicht besser, sich auf das zu konzentrieren, wohin die Reise gehen soll - nämlich zur Erinnerung daran, dass das Paradies bereits hier ist - in uns, als nur weg von etwas - dem Bösen und Hässlichen, ohne zu wissen wohin?


Ein Künstler sollte Lösungen anbieten, anstatt den Menschen Angst einzujagen.


#8 "Man soll nicht auf die Zeit schauen, sondern auf die Schönheit. Die Schönheit ist zeitlos. Das Raffen der Zeit hat den Menschen unfrei gemacht."

Im Hier und Jetzt befinden wir uns in einem zeitlosen Raum. Besser gesagt, in der Ewigkeit. Erleben kann man diesen Zustand nur, wenn man sich 100%ig einer Tätigkeit hingibt.


Wenn man die Zeit dabei vergisst. Sie existiert nicht. Sich in einer Tätigkeit regelrecht zu verlieren, ist Hingabe. Und Hingabe ist der Schlüssel durch das "Nadelöhr".


Ist es nicht wohltuender, sich im Anblick einer Orchideenblüte zu verseken, statt ständig auf die Uhr zu schauen und sich zu ermahnen, dass noch so vieles auf dem Tagesplan steht?


Probiere es selbst einmal aus.


#9 "Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit."

Momentan träumen viele Menschen von der Freiheit. Das haben sie vorher auch schon getan. Doch jetzt träumen sie diesen Traum gemeinsam. Sie gehen sogar dafür auf die Straße.

Damit bauen sie gemeinsam ein riesiges Resonanzfeld auf.


Was mir dabei nicht gefällt, ist das Wort "Widerstand". Widerstand bildet eine Front. Ein Symbol für Härte - sogar Gewalt.


Wäre es nicht nützlicher das Wort "Vision" zu nehmen?

Die Vision einer friedlichen Welt?


Schließe deine Augen und hol dir abwechselnd beide Bgriffe in den Sinn.

Widerstand - Vision.

Bei welchem Wort empfindest du Enge? Bei welchem Wort empfindest du Weite?

Es ist ganz einfach.


#10 "Das Paradies ist schon da, wir machen es nur kaputt."

Das Paradies ist in uns. Wir suchen es im Außen und stoßen auf Gewalt und Schlechtigkeit. Deshalb haben wir den Glauben daran verloren.


Welche Vorstellung hast du vom Paradies.

Versuche es auszudrücken auf deine eigene Art und Weise.

Lass es wieder aufleben und versuche es in die Welt zu tragen.



"Irinaland über dem Balkan"

War Hundertwasser erleuchtet?


Dies würde sein stetiges Bemühen um die Natur und seine querulante und kompromisslose Persönlichkeit erklären.


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