25. Mai 20


"Der Glaube ist der Hebel, womit der Berg versetzt werden kann; er liegt nun auf einer bedrückten Seele oder über einem Lande, das sich seiner Schwere wegen nicht erheben kann." (Johann Henrik Thomander)


Hast du eine Hypothese darüber, wie es nach der Krise weitergehen wird?

Wenn ja, darfst du diesen Beitrag auf keinen Fall verpassen.


Du suchst nach Berichten, Tipps und Beiträgen,  die dir helfen sollen, deine Zukunft zu sichern?


Doch woran erkennst du, dass es die richtigen Informationen sind?

Was ist für dich "richtig"?


Das wovon du innerlich überzeugt bist.


Du schaust dir unterschiedliche Berichte an und wenn du das bewusst machst, fällt dir etwas auf.


Es ist nämlich so, dass du deine eigene Hypothese nicht testen willst, sondern bestätigen.

Deine Hypothese stützt sich darauf, woran du innerlich glaubst.


Diesen Effekt nennt man:


Confirmation Bias (Bestätigungsfehler)


Beispiel: Nehmen wir mal an, dass es keine Pandemie gibt. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, weil verschwindend wenig Menschen - gemessen an der Weltbevölkerung - an der Grippe gestorben sind.

Um das zu überprüfen, gehst du wahrscheinlich erst mal ins Internet und gibst die Frage ein:

Haben wir eine Pandemie?

Du machst das selbständig - ohne dass dir jemand dabei hilft. Doch hier gehts schon los.

Selbständig bedeutet auch gleichzeitig selektiv.


Ab dem Moment, in dem du dich über die Pandemie informieren möchtest, spielt dir dein Gehirn schon den ersten Streich. Wissenschaftler haben festgestellt, dass wir beim scrollen auf den link klicken, der mit unserem eigenen Weltbild übereinstimmt.


Wir ignorieren, was uns nicht passt.


Das ist der Confirmation Bias. Dieser Effekt ist Schuld daran, dass wir eine verzerrte Wahrnehmung unserer Umwelt haben. Alles was ich lese, das mit meiner eigene Hypothese nicht übereinstimmt, halte ich für unwahr. Alles was ich finde, das meine Hypothese untermauert, halte ich für wahr.


Wir lieben es, richtig zu liegen.


Das geschieht zunächst mal unbewusst. Je mehr Informationen du findest, die deiner ursprünglichen Hypothese entspricht, desto glaubwürdiger erscheint sie dir. Dabei bemerkst du nicht, dass du dich in einer Blase befindest.


Wenn du aber mal den Versuch machst, Berichte anzuklicken, die dir auf den ersten Blick nicht stimmig erscheinen, kannst du bewusst beobachten, welche Gedanken und Gefühle das in dir auslöst.


Ausschlaggebend ist bereits die Fragestellung, die du bei deiner Recherche eingibst, weil die Form der Frage, die jeweiligen Algorithmen bestimmen. Du kannst deine Frage so stellen, dass google schon spürt, was du eigentlich glaubst. Dazu habe ich folgenden Versuch gemacht:


Ich habe durch zwei unterschiedliche Fragen, nach demselben Thema gesucht. Und dementsprechend unterschiedliche Angebote bekommen.


Frage 1: Ist die Erde wirklich rund?

Das Ergebnis sieht so aus.

Frage 2: Ist die Erde wirklich eine Scheibe?

Das Ergebnis sieht dann so aus.

Tipp: Beobachte dich selbst dabei, wie du deine Fragen in Suchmaschinen eingibst.

Mit deiner Fragestellung gibst du dem gewünschten  Ergebnis bereits die Richtung.


Es ist nicht wichtig, welche Frage du eingibst.

Aber es ist wichtig, wie du diese Frage stellst.

Denn allein schon dieses WIE zeigt dir auf, welches Ergebnis du dir insgeheim wünschst.


Aufzuwachen bedeutet, sich selbst zu beobachten und eigene Illusionen aufzudecken.


Alles was wir dazu brauchen, ist die Bereitschaft, ehrlich zu uns selbst zu sein.


Frage dich:


Möchtest du deine Hypothese nur bestätigt haben oder sie wirklich einem Test unterziehen?

Woran möchtest du glauben?

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